Buchempfehlung (Robert Harris) „Angst“

11. Januar 2012

Das Gefühl das entsteht wenn man hinter die Kulissen der Finanzindustrie blickt wurde in einen Thriller verpackt. Thematisch sehr aktuell, spannend geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Ich habe für die ~380 Seiten in etwa 3 Ferientagen gebraucht. Sonst dauert das etwas länger. Der Text enthält hier und da knappe Bezüge zum aktuellen politischen Geschehen. Insgesamt steht jedoch die Automatisierung des Wertpapierhandels (Wikipedia) im Vordergrund. Das Buch basiert komplett auf Tatsachen und könnte ohne große Anpassungen so stattgefunden haben. (Bis auf den Aufzugunfall aber der ist ja ein Klassiker) Ich habe das Buch weiter empfohlen und es wurde mir während der letzten Seiten förmlich, vom bereits wartenden, nächsten Leser, aus den Händen gerissen. :D („Angst“ bei amazon)

Aus dem Umschlagtext:

Für die Öffentlichkeit ist er ein Unbekannter, aber in den geheimen inneren Zirkeln der Superreichen ist Alex Hoffmann eine lebende Legende – ein visionärer Wissenschaftler, der eine Software entwickelt hat, die an den Börsen der Welt Milliardengewinne erzielt. Nun hat es jemand auf ihn abgesehen, und es beginnt für ihn eine albtraumhafte Zeit aus Angst und Schrecken. Kann er die Geister, die er rief, wieder loswerden? Oder stürzt er unaufhaltbar in den Abgrund – und mit ihm die Finanzmärkte der Welt?

Zusammen mit seinem Partner, einem Investmentbanker, hat der geniale Alex Hoffmann eine revolutionäre Form des algorithmischen Aktienhandels entwickelt. Künstliche Intelligenz und das Sammeln von Angstparametern im globalen Internet werden zu einer hochgeheimen Software verknüpft, die mit geradezu unheimlicher Präzision die Bewegungen der Finanzmärkte voraussagen kann. Sein Hedgefonds mit Sitz in Genf macht Milliarden.

Eines Nachts überwindet ein unheimlicher Einbrecher die ausgeklügelten Sicherheitsanlagen seines Domizils am Genfer See und reißt ihn und seine Frau aus dem Schlaf. Damit beginnt ein Albtraum voller Paranoia und Gewalt, in dessen Verlauf Hoffmann mit wachsender Verzweiflung versucht, demjenigen auf die Spur zu kommen, der sein Leben zerstören will. Seine Nachforschungen konfrontieren ihn mit den elementarsten Fragen nach dem Wesen des Menschen. Am Ende jenes Tages werden die Finanzmärkte in Aufruhr und Hoffmanns Welt – unsere Welt – für immer eine andere sein.

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Denken ist Silber, Sparen ist Gold

5. August 2010

Denken ist Silber, Sparprogramm ist Gold

(das schwarz-gelbe Sparpaket)

Manchmal könnte man meinen, je dicker das Konto desto dünner der Frontallappen.

Sparen steht ja ganz hoch im Kurs zur Zeit. Sparen scheint das Allheilmittel gegen finanzielle Missstände zu sein. Die Länder sparen, die Kommunen sparen sowieso schon jahrelang an allem und die Bundesregierung spart sich gleich ein ganzes Sparpaket zusammen. Keine Schulden machen soll sogar in Gesetz gegossen werden als wäre das eine Naturkonstante (das Sparprogramm genannt „die Schuldenbremse“, jetzt auch bundesweit in ihrem Kino).

Im kleinen Maßstab bei Problemen der Kategorie „Konto leer“, ist neben mehr Einnehmen, natürlich Sparen das Mittel der Wahl. Aber gilt das auch für eine ganze Volkswirtschaft? Hat da nicht mal so ein Typ namens Keynes was schlaues zu gesagt? War wohl nicht so wichtig. Ist sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Und dennoch …

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