Inhope wehrt sich – BKA schlampert

17. August 2010

Wie hier schon Kommentiert „Internet-Stoppschilder gegen Inkompetenz“ wurde von Seiten der FAZ und des Spiegel gegenüber Inhope Mängel und Trödelei beim Bearbeiten von Takedown Notices vorgeworfen. Dagegen hat sich Inhope zur wehr gesetzt und im Gegenzug unter anderem dem BKA vorgeworfen seine Statistik ungenau zu führen. Worüber sich nämlich eigentlich mockiert wird ist nicht daß die Seiten nicht gelöscht würden sondern daß die Löschung mit mehreren Wochen zu lange dauert. Wenn aber das BKA nicht per email zum Provider Kontakt aufnimmt sondern Briefpost an die zuständige Polizeistelle verschickt und für die Statistik nur alle 7 Tage den Löschungserfolg prüft wundert es nicht wenn es „mal etwas länger“ dauert als es müsste. In Einzelfällen auch Monate.

Die CDU ignoriert das Verhalten des BKA und die Äußerungen von Inhope einfach und sieht in der BKA-Statistik den Grund wieder Internetsperren zu fordern.

Jetzt hoffe ich die FAZ biegt das wieder grade. Beim Spiegel hab ich die Hoffnung bereits verloren. Ist schon enttäuschend genug daß es so ein Polit-Zuarbeits-Artikel überhaupt an die Öffentlichkeit geschafft hat.

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Internet-Stoppschilder gegen Inkompetenz

15. August 2010

Schnell gelöscht? Von wegen!“  (Stefan Tomik, faz.net)

Diskutiert wird ob ein Dachverband für Internethotlines (Inhope) effizient dafür sorgt daß Kinderpornographie gelöscht wird. Das tut er offenbar nicht. Daraus folgert Herr Tomik (FAZ) daß sich das Problem nur mit Internetsperren lösen lässt.

Zum Schluss dann die Erkenntnis daß die Sperren eigentlich nichts bringen aber trotzdem total toll sind.

„Die Sperren könnten die Verbreitung von Missbrauchsbildern zwar nicht verhindern, denn sie lassen sich mit ein wenig Aufwand umgehen. Sie könnten sie aber wenigstens erschweren. Und das schnell. Denn das BKA müsste die Websites bloß auf eine schwarze Liste setzen. Nach spätestens 24 Stunden würden die Sperren wirken.“

Begründet wird das wieder mit einem Hinweis auf die Ineffizienz von Inhope.

„Trotzdem zeigt eine interne Statistik, dass im Juni noch 65 Prozent der Seiten nach einer Woche online waren, im Juli 63 Prozent. Deshalb hält das BKA Internetsperren weiterhin für nötig.“

Der Verein „MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren“ und seine Argumente finden im Artikel natürlich keine Erwähnung denn sie würden Herrn Tomik ja mit der Realität in den Rücken fallen. Wenn man sich drum kümmert funktioniert das nämlich offenbar ganz gut. Und die verbleibenden Problemfälle liegen demnach nicht selten in den USA und dort ist KiPo so legal wie in Indien.

„Gegner der Internetsperren behaupten seit Jahren, „Inhope“ lösche Kinderpornos in Stunden.“

Also muss man die Inkompetenz eines Dachverbands mit einem Zensurapparatus ausgleichen. Was sollen wir da auch andres tun.

Zitat Richard Stallman: „Was soll ich denn tun? Es ist nunmal mein Job Gift in den Fluß zu kippen. Ich habe doch Kinder zu ernähren!“
(in einem Vortrag zu Patenten auf Programme)

Erfolge im Kampf gegen Kinderpornos vorgegaukelt“ (spiegel.de)

Der Spiegel prognostiziert dann auch gleich die kommenden Sperren noch für dieses Jahr.

„Auch die Europäische Kommission drängt Deutschland zu mehr Einsatz im Kampf gegen Kinderpornografie, unter anderem durch die umstrittenen Sperren – die in anderen europäischen Ländern bereits im Einsatz sind.“

Na sicher wir lassen uns einfach ein Tuch vor Augen binden weil in Staaten wie den USA (ja bei uns ist sie ähnlich träge) die Strafverfolgung nicht in die Gänge kommt.

Ebenfalls ein lesenswerter Artikel zum Thema: (internet-law.de) „Netzsperren: Funktioniert Inhope nicht?“

UPDATE 2010-08-27: Der AK-Zensur schlägt in die gleiche Kerbe „Kapitulationserklärung gegenüber Kinderschändern


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