Sam Adams Award 2010 geht an Wikileaks Gründer

27. August 2010

Julian Assange

Dieses Jahr wird Julian Assange, Gründer der Enthüllungs-Plattform wikileaks, mit dem Sam Adams Preis ausgezeichnet werden(Quelle). Der Preis für „Integrität in Nachrichtendienst und Aufklärung“ (frei übersetzt) wird seit 2002 jährlich verliehen. Er ist nach Samuel A. Adams (*1934 bis †1988) benannt und wird in Form eines Armleuchters überreicht. Adams war Analyst der CIA. Er hatte während des Vietnamkriegs die verharmlosende Darstellung der Vietcong und Nordvietnam Streitkräfte durch die amerikanischen Nachrichtendienste aufgedeckt. Das Komitee des „Sam Adams Associates for Integrity in Intelligence“ hat sich aus ehemaligen CIA Kollegen von Adams gebildet als nach dem 11ten September und während der Vorbereitungen auf den Irakkrieg die Korruption in den Nachrichtendiensten immer offensichtlicher wurde.

Viele der Preisträger standen im Dienst amerikanischer Behörden oder des Militärs. Aber auch britische und dänische Whistleblower nahmen bereits den Preis entgegen. Die meisten von ihnen mussten das öffentliche Interesse an der Wahrheit gegenüber ihrem sicheren Arbeitsplatz abwiegen und haben sich bewusst für den Schritt in die Öffentlichkeit entschieden der immer mit hohen Risiken verbunden ist.

Vergangenheit und Beweggründe die die Mitglieder des Sam Adams Komitees in ihre Entscheidungen einbringen, müssten bei jedem Journalisten zu Hochachtung führen. Und doch findet die Verleihung dieses Preises weder online noch auf Papier bislang Erwähnung. Bei der kleinen Recherche per news.google.com kommt es gar zu einer gänzlich leeren Seite. Aber auch die Namen der Preisträger führen in keiner Suchmaschine zum gewünschten Ergebnis. Ich hoffe es kommt noch zu einem Medienecho wenn der Preis im Laufe des Jahres dann an Assange verliehen wird.

Bisherige Empfänger des Sam Adams Awards: (übernommen von antiwar.com)

Coleen Rowley of the FBI; in Washington, D.C.
Katharine Gun
of British intelligence; in Copenhagen, Denmark
Sibel Edmonds
of the FBI; in Washington, D.C.
Craig Murray
, former UK ambassador to Uzbekistan; in New York City
Sam Provance
, former sergeant, U.S. Army, truth-teller about Abu Ghraib; in Washington, D.C.
Frank Grevil
, major, Danish army intelligence, imprisoned for giving the Danish press documents showing that Denmark’s prime minister disregarded warnings that there was no authentic evidence of WMDs in Iraq; in Copenhagen, Denmark
Larry Wilkerson
, colonel, U.S. Army (retired), former chief of staff to Secretary Colin Powell at the State Department, who has exposed what he called the “Cheney-Rumsfeld cabal”; in Washington, D.C.

In April, the SAAII nominating committee decided unanimously to give this year’s award to Julian Assange of WikiLeaks. Stay tuned for information on time and place for the presentation. Or check with Geoff Morrell, who is likely to know as soon as we decide.

Quellen und weitere Lektüre:

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Island wird sicherer Datenhafen

11. Juli 2010

Nicht nur die „Whistleblower Website“ wikileaks freut sich über die kommende Gesetzgebung in Island. Auch der investigative Journalist, Korruptionsforscher, Geschichtsforscher und Ermittler aller Couleur dürfte es optimistisch stimmen.

Die wesentlichen Kernpunkte sind:

  • Besserer Informantenschutz für Journalisten
  • Keine Haftbarkeit für Dienstanbieter
    ein Forenbetreiber kann nicht direkt für einen Beitrag in seinem Blog belangt werden
  • Einschränkung der Vorratsdatenspeicherung
  • Nivellierung des Gerichtszugangs
    Vor dem Gesetz sind alle gleich: Es muss also für eine kleine Firma genauso möglich sein eine Klage durch alle Instanzen durch zu stehen wie für einen großen Konzern. Sonst entsteht ein käuflicher Vorteil in ein klagbarem Recht.
  • „Freedom of Information“: Der Zugang zu allen in der Verwaltung, Justiz und anderen Behörden sowie Regierungsorganen anfallenden Daten (außer Personenbezogene private) muss auf Anfrage zugänglich gemacht werden und bei Ablehnung der Anfrage schriftlich begründet werden.

Aktivistin, Autorin und seit April 2009 Abgeordnete im Isländischen Parlament Birgitta Jónsdóttir:

„Wir mussten auf die harte Tour lernen, dass eine freie Presse, die aktuell und ohne Angst vor den Mächtigen berichtet, unser Land wenigstens vor einigen der Kalamitäten bewahrt hätte, denen wir heute gegenüberstehen. Um aus den Erfahrungen zu lernen, wollen wir ein Beispiel setzen und eine Vision für Islands Zukunft als Hafen der Meinungsfreiheit schaffen.“

Weitere Quellen:


Morgen keine Zeitung in Italien

8. Juli 2010

Berlusconi is at it again.

Die schweizer Werbewoche zitiert italiens Regierungschef Berlusconi mit der Aussage es gebe bei weitem zu viele Lauschangriffe,  die Privatsphäre müsse viel besser geschützt werden.

Jetzt tritt ein Gesetz in Kraft das Abhörmaßnahmen einschränkt sowie investigativen Journalismus erschweren und teils unter harte Strafen stellen wird. Daraufhin sind italiens Zeitungsjournalisten in den Streik getreten und es wird diese Woche keine Freitagsausgaben geben.

Sowas kann man als Begründung einem Berlusconi einfach nicht abkaufen. Da reicht ein Blick auf die Liste der Amtsmissbräuche um zumindest zu ahnen was eine mögliche Motivation sein könnte. Und die ist sicher nicht im Interesse des italienischen Bürgers.